Chronik

In Hettstedt wurde seit 1831 das „Hettstedter Wochenblatt“ gedruckt und als städtische und regionale Zeitung herausgegeben. In den Jahren 1889/90 kam noch eine weitere Zeitung dazu, die „Hettstedter Zeitung“. Mitbegründer dieser Druckerei und Zeitung war als verantwortlicher Redakteur Wilhelm Hohnbaum-Hornschuch. Er war der Großvater der seit 1994 wieder in Hettstedt wohnenden Eigentümerin der Druckerei, Frau Friedel Hohnbaum-Hornschuch.

Wenige Jahre später wurde Wilhelm Hohnbaum-Hornschuch auch Eigentümer der Druckerei, die mit der transmissionsgetriebenen Rotationsmaschine zur damaligen Zeit modernste Technik hatte. Die „Hettstedter Zeitung“ erschien außer an Sonn- und Feiertagen täglich. Teilweise bis zu 16 Mitarbeiter und 20 Zeitungsboten (Frauen und Kinder) trugen zum guten Gelingen und schnellstmöglichen Austragen der Zeitung bei, die ja auch noch Generalanzeiger für beide Mansfelder Kreise war.

Der Vater von Friedel Hohnbaum-Hornschuch übernahm 1936 nach dem Tode des Großvaters die Druckerei, starb aber wenige Jahre später. Frau Hohnbaum-Hornschuch´s Mutter heiratete wieder, und die Druckerei ist den Hettstedtern seitdem als Druckerei Heise in der Wilhelmstraße bekannt.

Die Zeitung wurde am 31.5.1941 eingestellt. Zum Zeitpunkt waren 16 Mitarbeiter als Redakteure, Setzer und Drucker tätig. Die „Hettstedter Zeitung“ hörte damit auf zu existieren und die Hettstedter hatten eine täglich 4 Seiten und jährlich sechs Beilagen umfassende Informationen weniger. Nach Kriegsende erhielt die Druckerei keine Zeitungslizenz wieder und so wurden kleine Broschüren, Veranstaltungskalender (z.B. für das Klubhaus), Schmuckkarten usw. gedruckt. Bis Ende der 80er Jahre arbeitete Frau Heise nur noch allein in der Druckerei und verstarb 1994.

Als Friedel Hohnbaum-Hornschuch 1947 Hettstedt verließ und 1994 zurückkehrte, fand sie eine Druckerei vor, die von heute auf morgen aufgehört hatte zu arbeiten. Das macht diese Druckerei, so Expertenkreise, als technisches Denkmal so einmalig, auch deshalb, weil nach Rekonstruierung von Gebäude und Maschinen, eine teilweise Inbetriebsetzung möglich war. Diese Möglichkeit kam dem gleichen Wunsch von Friedel Hohnbaum-Hornschuch sehr entgegen.

Durch die seit 1996 diesbezüglich geführten Verhandlungen der Stadt und vor allem des damaligen Bürgermeisters, Herrn Jürgen Lautenfeld, kam es dann im Februar 2001 zum Verkauf der Druckereigebäude und gleichzeitiger Schenkung der kompletten Druckerei an die Stadt Hettstedt. Inzwischen (15. Februar 2001) hatte sich auch der Verein „Alte Hettstedter Druckerei Heise“ e.V. gegründet.

Der Verein hat sich vorgenommen, dieses einmalige und damit unschätzbare kulturelle Gut zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.